Manchmal sieht man sie am Abend wild durch die Lüfte sausen. Sie werden oft als Blutsauger dargestellt, und ein mancher hat sogar Angst vor ihnen. Aber was steckt wirklich hinter diesen geheimnisvollen Wesen? In diesem Artikel geht es um die versteckten Helden in unserem Garten – die Fledermäuse.

Fledermäuse sind Säugetiere. Und zwar die einzigen, die fliegen können. Sie gehören, wie auch die Flughunde, zu den sogenannten "Fledertieren". Der Unterschied zwischen Fledermäusen und Flughunden besteht darin, dass die Fledermaus kleiner ist als der Flughund. Eine Fledermaus benutzt zur orientierung die sogenannte Echoortung und frisst Insekten. Der Flughund dagegen benutzt den Sehsinn und frisst Früchte.

Fledermäuse, denen schon viele lustige Namen wie zB. Hufeisennase, Stummeldaumen oder Mopsfledermaus verpasst wurden, gibt es überall. Nur in den Polarregionen nicht. Diese bieten ihnen keinen geeigneten Lebensraum mit Nahrung und es ist zudem viel zu kalt. Denn wenn es zu kalt wird halten auch die Fledermäuse einen Winterschlaf. Sie kuscheln sich in großen Gruppen aneinander um möglichst wenig Energie zu verbrauchen.

Es gibt viele verschiedene Fledermausarten. Allein 25 in Deutschland. Jede hat da so ihre Eigenarten. Die braune Fledermaus zB. schläft mit 20 Stunden am Tag am längsten oder das braune Langohr hat 4 cm lange Ohren.

Die natürlichen Feinde der Fledermaus sind vor allem Katzen und Greifvögel. Die Fledermäuse gehören nicht zu den gefährdeten Tierarten.

 

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Wie funktioniert denn die Echoortung?

Eine Fledermaus erzeugt bis zu 200 mal pro Sekunde Ultraschalllaute. Die Schallwellen, die dadurch entstehen, werden von Hindernissen wie Pflanzen, Insekten oder Wänden zurückgeworfen und dadurch erkannt. So erkennen sie beispielsweise ihre Beute. Verhindern aber auch Unfälle indem sie versehentlich gegen eine Wand fliegen.

Sind Fledermäuse gefährlich?

Zur Beruhigung: Es gibt nur vier blutsaugende Fledermausarten die allesamt ausschließlich in Amerika leben. Allerdings ist es ein Mythos, dass sie den Menschen Blut aussaugen oder ich in die Haare wickeln.

 

Trotzdem sollte man es vermeiden eine Fledermaus anzufassen. Denn wenn sie vor Schreck beißt, kann sie Krankheiten übertragen wie zB. die Fuchstollwut. 

 

Warum sind Fledermäuse im Garten nützlich?

Unsere heimischen Fledermausarten ernähren sich von Insekten. Die Fledermaus hat eine große Bedeutung für das Ökosystem, da sie die Anzahl der Insekten im Gleichgewicht hält. Sie fressen innerhalb einer Stunde bis zu 1200 Insekten. Dazu gehören eine Vielzahl von Käfern und Larven, aber auch jede Menge Mücken. Sie helfen somit, Ernteausfälle im Gemüsegarten und unschöne Fraßspuren an Zierpflanzen zu vermeiden.

Für den Garten ebenfalls sehr nützlich ist der Fledermauskot. Diesen kann man als Biodünger für sein Gemüsebeet verwenden, da er reich an Stickstoff, Phosphor und Mineralien ist. Fledermauskot findet man in großen Mengen in Wochenstubenquartieren. Dort bringen Fledermäuse ihre Jungen zur Welt und ziehen diese groß. Meist finden sich Wochenstuben unter den Dächern von Häusern, Kirchen und alten Scheunen.

Wie kommen mehr Fledermäuse in meinen Garten?

FledermauskastenEin insektenreicher Garten ist für alle von Vorteil! Um das zu erreichen kann man Pflanzen setzen, die viele Insekten anlocken. Hierzu zählen sämtliche Pflanzen deren Blüten weiß, rosa, violett oder rot sind.

Zudem sollte man den Fledermäusen eine Schlafmöglichkeit bieten. Wenn man sie nicht unbedingt unterm Dach haben möchte, was verständlich ist, kann man auch einen hierfür geeigneten Fledermauskasten* anbieten. Auf dem Bild sieht man wie so ein Kasten aussehen kann.

Diese Kästen werden einfach an einem Baum oder der Hauswand befestigt. Mit einem Tuch welches man unter dem Fledermauskasten platziert, kann man wiederum den nützlichen Fledermauskot aufsammeln.

 

Was ist zu tun wenn sich eine Fledermaus in die Wohnung verirrt hat?

Zuerstmal sollte man Ruhe bewahren. Das Fenster öffnen und das Licht ausschalten. Hat sie dann auch wirklich den Weg nach draußen gefunden? Am besten auch in den Vorhängen und hinter Möbeln nachschauen. Klappt es einfach nicht der Fledermaus nach draußen zu helfen ist es am besten einen Fachmann zu rufen.

Auf der Website steht im Blog auch ein Artikel bereit, wie man einen fledermausfreundlichen Garten anlegt, und welche Pflanzen sich dafür eignen. 

 

Hast Du schon mal Fledermäuse im Garten oder anderswo beobachtet? Das würde mich sehr interessieren. Ich freue mich auf einen Kommentar von Dir.

 

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