Die ultimative Schritt-für-Schritt Bedienungsanleitung zum Umgang mit einer Wildkamera

Eine Wildkamera bedienen kann jeder, jedoch gibt es einige Tricks & Techniken die dir helfen mehr Registrierungen zu erhalten und deine Wildkamera Fotos maßgeblich verbessern. Wir empfehlen dir die folgenden Schritte um an herausragendes Aufnahmematerial zu gelangen.

Vorab sei außerdem erwähnt, dass die Kaufentscheidung für die passende Wildkamera entscheidend ist. Denn je nach dem wozu du die Wildkamera einsetzen möchtest, gibt es natürlich auch verschiedene Modelle. 

1. Definiere dein Aufnahmeziel

Die Zielsetzung ist das A und O beim Einsatz deiner Wildkamera. Hast du ein klar definiertes Ziel, wird es dir erheblich leichter fallen dieses auch mit sauberen Wildkamera Bildern umzusetzen.

Bevor du also über die richtige Kamera nachdenkst solltest du dich zunächst mit folgenden Fragen auseinandersetzen:

  • Welches Einsatzgebiet findest du interessant, welches Gebiet bietet dir einen Mehrwert?
  • Was möchtest du herausfinden, worin liegt dein konkretes Ziel?
  • Sobald du dein Ziel für dich definiert hast, kannst du deinen Zielort wählen. Hier wurde sogar ein Verbrechen durch eine Widlkamera aufgeklärt!

 

Wildhase im Gras

 

2. Definiere deinen Einsatzort

Um den nächsten Schritt einfach beantworten zu können, solltest du dir erste Gedanken machen wo du deine Wildkamera einsetzen möchtest. Die Antwort spielt eine maßgebliche Rolle für die richtige Kamerawahl und die perfekten Software-Einstellungen.

Hierbei unterscheidet sich grundlegend ob du die Fotofalle in deinem heimischen Garten, zur Objektüberwachung oder im Wald, in Jagd- oder Forschungsgebieten einsetzen willst.
Je nach Einsatzgebiet gelten andere rechtliche Richtlinien auf die du achten solltest. So besitzt du im heimischen Garten weit aus mehr Freiheiten wie in einem öffentlichen Wald.

3. Was kann deine Wildkamera?

Deine Fotofalle steht natürlicherweise im Fokus des Vorhabens.Damit du perfekt mit einer Revierkamera arbeiten kannst, solltest du vor allem die folgende Punkte verinnerlicht haben.

  • Den Kamerablitz-Typ
  • Den Bilderfassungswinkel
  • Die maximale Blitzreichweite
  • Die Auslösezeit

Um am Zielort deine Wildkamera richtig einzustellen solltest du diese Dinge auswendig können oder griffbereit haben. Hier unterscheidet sich der Profi vom Amateur, denn ausgezeichnete Wildkamera Aufnahmen erreichst du nur wenn du deine Wildkamera wirklich kennst.

 

Wichtig: Denke dabei daran, dass die Hersteller der Fotofallen ihre Werte in optimalen Bedingen ermitteln. In der Natur können die Werte abweichen.

 

4. Was kann deine Wildkamera-Software?

Neben den gerade genannten eher starren Faktoren besitzt eine Kamerafalle auch noch einige Softwareeinstellungen. Diese bieten ebenfalls Angelpunkte um an ausgezeichnete Wildkamera Bilder zu gelangen.

Das wichtigste Softwaretool ist der Sensortest. In dieser Einstellung ermöglicht dir die Kamerafalle den Sensor richtig einzustellen. Dabei gibt dir die Wildkamera Feedback ob Bewegung an Position XY zum Auslösen führen würde.

Diesen Modus solltest du vor jeder Positionierung ausgiebig testen. Besitzt deine Revierkamera keinen Sensortest, kannst du die folgenden Punkte auch durch manuelle Testaufnahmen machen.

5. Vorsicht Sonne

Befindest du dich nun am Einsatzort solltest du zunächst dein Fotoziel, beispielsweise ein Futterplatz, definieren.

Als nächstes schaust du dich nach geeigneten Plätzen in maximal 10 m Reichweite rund um dein Fotoziel um. Im Normalfall bieten Bäume ideale Voraussetzungen. Überlege dir nun wie der Verlauf der Sonne an diesem Einsatzort ist. Grundlegend sollte deine Kamerafalle niemals zur Sonne zeigen.

Der Blick in die Sonne bringt zwei große Probleme mit sich:

  • Es kommt leicht zu Fehlauslösungen da die Sonne als Wärmequelle den Sensor auslöst.
  • Es kommt zu rötlichen Streifen und Schlieren auf den Aufnahmen

Schließe also diejenigen Positionen aus die zum Verlauf der Sonne zeigen. Positionen die zum Sonnenaufgang sowie zum Sonnenuntergang zeigen sind besonders problematisch.
Findest du keine geeignete Position kannst du Fehlauslösungen vermeiden, indem du die Wildkamera in den kritischen Tageszeiten pausieren lässt. Dafür besitzen die meisten Wildkameras eine Zeitschaltuhr-Einstellung.

Hast du nun ein bis zwei mögliche Plätze definieren können kannst du auch schon mit den ersten Tests anfangen.

6. Definiere einen Bildzielpunkt

Der Sensor deiner Wildkamera besitzt zwar ein breites Auslösespektrum, allerdings löst die Kamera im zentralsten Bereich mit der besten Aufnahmequalität und der größten Sicherheit aus.
Um an die bestmöglichen Wildkamera Fotos zu gelangen, bietet dir ein Fotozielpunkt eine nützliche Hilfestellung.

 

Eichhoernchen auf dem Baum

 

Um dein Bildzielpunkt zu definieren stellst du dich auf den Bereich deines Fotoziels welchen du am vielversprechendsten hältst und stellst dir ungefähr ein Quadratmeter Raum, bei dem du die meisten Registrierungen erwartest, vor.

Gehe dabei unbedingt von dem Tier aus welches du Fotografieren willst. Bei einem Zweibeiner sollte der Bildzielpunkt gewiss etwas höher liegen als bei einem Vierbeiner. Beim definieren spielt es also eine Rolle ob sich dein Bildzielpunkt direkt am Boden oder in der Luft befindet.

Nun solltest du dir deinen imaginären Bildzielpunkt merken oder besser noch du maskierst diesen beispielsweise mit einem Stock.

7. Trockenübung

Nun platzierst du probeweise die Kamera an einem der definierten Fixpunkte. Dabei achtest du auf folgendes:

Die Höhe ist zunächst einmal zweitrangig. Grundsätzlich empfiehlt sich eine Höhe von mindestens 1 Meter 50. Achte darauf, dass sich die Fotofalle in einem leicht nach unten geneigtem Winkel befindet. Somit gehst du der Sonneneinstrahlung ein weiteres Stück mehr aus dem Weg und garantierst bessere Aufnahmen. Achte außerdem beim platzieren darauf, dass der Sensor und die Kamera exakt auf deinen Bildzielpunkt zeigen.

Um die beste Qualität an Wildkamera Fotos zu erhalten, sollte die Kamerafalle nun einen Abstand von ca. 30% – 50% seiner maximal Blitzreichweite zu deinem Bildzielpunkt besitzen. Bei 20 Meter maximaler Blitzreichweite wäre der Abstand also 6 Meter – bis 10 Meter. 

Standardmäßig besitzt eine Kamerafalle einen Bilderfassungswinkel von 52 Grad. Dieser ist ebenfalls für die Platzierung der Kamera wichtig, je größer der Bilderfassungswinkel ist desto näher sollte die Kamera am Bildzielpunkt platziert sein.

Besitzt die Wildkamera eher eine langsame Auslösezeit, also mehr wie 0.6 Sekunden, empfiehlt es sich eine Distanz im höheren Bereich (40%-50% der max. Blitzreichweite) zu wählen. Somit bekommt die Wildkamera mehr Sensorfläche um das Foto oder die Video Aufnahme zu garantieren.

8. Die Testphase

Hängt deine Kamera nun ein einem Fixpunkt fängt der Feinschliff deiner Foto-Optimierung an. 

In diesem Schritt stellst du deine Kamera auf den Sensortest-Modus. Die Kamera sollte nun ein Feedback geben sobald der Sensor ausgelöst wird. Teste dies am besten kurz mit deiner Hand.

Optimiere nun deine Wildkamera Fotos in dem du dich in den Bildzielpunkt-Bereich begibst und darauf achtest, dass dir die Kamera in diesem Bereich stets ein Feedback gibt. Falls du auf der Fotojagd nach kleinen Tieren bist Teste den Bildfixpunkte auf allein Vieren. Man kommt sich beim ersten Mal zwar doof vor allerdings ist der Test äußerst effektiv und wichtig.

 

Wichtig: Die Kamera löst nur bei Temperaturänderungen aus, somit kannst du den Test nicht mit einem willkürlichen Objekt machen. Du musst schon selbst durch den Sensor gehen. Alternativ kannst du deinen vierbeinigen Freund bitten durch den Sensor zu gehen.

 

Reagiert dein Sensor nicht, kannst du versuchen die Höhe und den Neigungswinkel zu verändern. Achte dabei darauf dass du dein Bildfixpunkt im Fokus behältst.

Reagiert dein Sensor regelmäßig, empfehlen wir dir die Kamera in den Aufnahme-Modus zu stellen und mehrere Testaufnahmen machen. Evaluiere nun die Testaufnahmen und hänge die Wildkamera bei unzureichendem Ergebnis um oder verändere dessen Postion.

 

Tipp: Erhältst du keine Fotos, schau am besten nach ob du die Zeitschaltuhr aus Versehen schon eingestellt hast.

 

9. Softwareeinstellungen

Nun kannst du noch die Softwareeinstellungen anpassen. Wir empfehlen dir das größte Bild- oder Videoformat zu wählen. Eine Ausnahme kann gemacht werden wenn ein niedrigeres Videoformat eine höhere Fps Rate (Bilder pro Sekunde) besitzt. Teste am besten ein paar Formate durch, damit du sehen kannst welches Format am sinnvollsten für dich ist.

Zudem bieten besondere Modelle auch die Einstellung „Mixed-Mode“ an. Diese vereint die Foto- und Videoaufnahme wodurch du nach dem Einsatz beide Formate besitzt.

Schlusswort

Ich hoffe ich konnte dir eine Schritt-für-Schritt Bedienungsanleitung liefen, die dir auch bei Detailfragen weiterhilft. Genau diese Schritte wende ich beim persönlichen Umgang mit einer Wildkamera auch immer und immer wieder an.

Vielleicht ist dir der Aufwand zu umfangreich, allerdings kann ich dir garantieren dass jeder Schritt seine Berechtigung hat und du mit hochwertigen Aufnahmen belohnt wirst. Sobald du die Abläufe verinnerlicht hast wird das Installieren der Wildkamera zum Kinderspiel.

Möglicherweise findest du die Software-Ratschläge sehr kurz gehalten, dazu musst du dir aber im Klaren sein das Wildkameras sehr unterschiedliche Software-Funktionen besitzen.

 

Habt ihr euch auch eine Wildtierkamera angeschafft oder hab ihr es noch vor? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen :)

 

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