In den letzten Jahren hat die hilfsbereitschaft der Menschen gegenüber den Igeln stark zugenommen. Zunächst einmal ist es super, dass so viele Menschen den Igeln helfen wollen, da wir schließlich auch für viele tote Igel verantwortlich sind. Der Igel ist leider Verkehrsopfer nummer eins. Und nicht nur das, viele sterben auch durch Mähdrescher oder sonstige Maschinen. Denn Igel verstecken sich gerne in hohem Gras. Doch.....

Igel in der HandViele Menschen, Erwachsene aber auch ganze Schulklassen, scheinen es sich zur Aufgabe gemacht zu haben jeden Herbst eine "Rettungsaktion" zu starten und Igel einzusammeln die scheinbar krank oder zu dünn sind um den Winter allein zu überstehen. Leider wird aber durch diese gut gemeinte Aktion mehr Schaden angerichtet. Denn nicht selten werden gedankenlos Jungigel eingesammelt, die zu mager erscheinen und so von der Mutter getrennt. Noch schlimmer ist es, wenn die Igelmütter allein eingesammelt werden. Die Igeljungen sind dann verloren. Sie bleiben alleine im Nest zurück und müssen verhungern.

Bei Igeln gibt es nur einen Wurf im Jahr. Ihre Paarungszeit ist im Spätsommer. Somit ist es völlig normal, dass die Jungen erst zwischen Ende Juli und Anfang September geboren werden. Innerhalb der nächsten Wochen nehmen sie schnell an Gewicht zu - täglich ca. sechs Gramm im Durchschnitt.

 

Das heißt also, ein Igel der Mitte Oktober ca. 400 Gramm wiegt würde Anfang November schon 500 Gramm auf die Waage bringen. Genug also, um den Winterschlaf aus eigener Kraft gut zu überstehen.

 

Ist ein Igel wirklich hilfsbedürftig, was von Laien nur schwer erkannt wird, darf er aufgenommen und gepflegt werden. Doch leider werden sehr oft viele Fehler gemacht. Beispielsweise werden die lieben Einzelgänger aufgrund von Platzmangel in Kisten oder Käfigen untergebracht, die für Igel natürlich viel zu klein sind. Klar, wenn man bedenkt, dass sie sonst jede Nacht ein paar Kilometer weit laufen um Nahrung zu finden. Das einsperren grenzt dann schon sehr an Tierquälerei.

Äußerst fraglich ist zudem, dass jeder Laie berechtigt ist, einen Igel zur Pflege über den Winter aufzunehmen. Es handelt sich schließlich um ein geschütztes Wildtier, das schon 60 Millionen Jahren ohne unsere menschliche Hilfe sehr gut überlebt hat. Sollte die Pflege wirklich nötig sein, ist es besser wenn ausschließlich erfahrene Personen diese verantwortungsreiche Aufgabe übernehmen.

Sollten Zweifel bestehen ist es am besten sich bei einer Igelstation zu erkundigen!

 

Jeder kann sehr gute Hilfe für Igel leisten ohne ihn ins Haus zu holen. Und das ist ganz klar besser als ihn seiner Freiheit zu berauben und ihn zu Hause einzusperren.

 

Was kann jeder einzelne tun um Igeln zu helfen?

    • Eine flache Schale mit frischem Wasser rausstellen
    • Zufüttern ist okay. Dazu einfaches Katzenfutter ggf. mit Trockenfutter gemischt rausstellen (speziell für den Igel aber auch Katzen-Trockenfutter ist ok)
    • Den Garten naturnah gestalten
    • Ein oder besser mehrere Igelhäuser aufstellen

 

Viele Igel, die betreut überwintert haben überleben den Frühling nicht. Denn, speziell Jungtiere, die zur Pflege aufgenommen und gefüttert wurden, mussten sich nicht bemühen Futter zu finden. Genauso wenig mussten sie sich gegen Fressfeinde verteidigen. Im schlimmsten Fall verlieren sie sogar ihren natürliche Scheu und Furcht, da sie unter Umständen an Haustiere gewöhnt wurden. Wie sollen sie denn da lernen zu überleben?

 

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